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Die so gewonnen Audiodaten belegen pro Minute Musik etwa 10 MByte. Um die Datenmenge zu reduzieren, bleibt nur eine Reduzierung der Sample-Größe, die jedoch zu hörbarem Rauschen führen würde. Der Trick der MP3-Kodierung besteht nun, vereinfacht gesagt darin, die unhörbarenTöne, die von anderen, lauteren Geräuschenüberdeckt sind, mit einer geringeren Bit-Tiefe zu sampeln. Dazu wird das Frequenzspektrum in 32 sogenannte Sub-Bands eingeteilt, für die die Sample-Tiefe jeweils getrennt festgelegt werden kann. Angenommen auf allen Frequenzbändern läge ein gleich lautes Signal an, nur Frequenzband 20 enthielte einen siginifikant lauteren Ton, so werden die leiserenTöne von dem menschlichen Gehör weniger deutlich wahrgenommen, sie werden maskiert. In diesen Frequenzbändern kann die Sample-Größe daher deutlich unter den optimalen 16 Bit liegen, da auch das Hintergrund-Rauschen von dem lauten Ton in Frequenzband 20 maskiert (überdeckt) wird.
Was sich einfach anhört, wird spätestens dann kompliziert, wenn man bedenkt, daß die in den anderen Frequenzbändern anliegenden Töne ebenfalls Maskierungseffekte erzeugen. Für jedes Frequenzband muß der MP3-Codec die Effekte erechnen, die sich auf die umliegenden Sub-Bänder auswirken.Entsprechend der Überlagerung kann die Sample-Tiefe in den Bändern bis zum Erreichen des hörbaren Schwellwertes reduziert werden. Darüber hinaus hält der Maskierungseffekt bis zu 100 Millisekunden länger an, als das lautere Signal eigentlich anliegt. Und selbst zwei bis fünf Millisekunden bevor das laute Signal überhaupt zu hören ist, kann das Sample bereits reduziert werden. Die weitere Datenreduktion des MP3-Verfahrens funktioniert verlustfrei und soll daher nur kurz angerissen werden: Anstatt das Stereo-Signal auf zwei Kanälen zuübertragen, umfaßt bei MP3 ein Kanal das linke und rechte Signal, der zweite überträgt das linke abzüglich des rechten Signals (“Joint-Stereo"). Beim Abspielen ist es eine Frage der Addition und Subtraktion, die ursprünglichen Signale wieder herzustellen. Zuletzt wird die erzeugte Datei “Huffmann-codiert”, weshalb es eigentlich unsinnig ist, einen MP3-Song beispielsweise in Win-zip zu packen. |